Letzte Worte… (als Azubi)

Dienstag, 15. Juli 2003

Als ich am Ende des Jahres 1999 – kurz vor Ende meiner Realschulzeit – immer noch keinen blassen Schimmer von meiner Zukunft hatte und vom Arbeitsamt ganze drei Adressen von Ausbildungsbetrieben erhielt, die interessant für mich wären, sank meine Hoffnung, innerhalb der nächsten Zeit einen Ausbildungsberuf zu finden, auf den Tiefpunkt. Trotzdem bewarb ich mich brav und wurde auch von einem Betrieb – nach mehreren Vorstellungsgesprächen – eingestellt.

Am 1. August 2000 begann meine Ausbildung (mit 17 Jahren übrigens als jüngster Firmenzugehöriger) zum Fachinformatiker/Systemintegration in der Systemadministration. Als man mich vorstellte und nachfragte, was in der Systemadministration so gemacht wird, erwiederte ein Kollege:

“Wir machen hier nur dummes Zeug.”

Von dem Augenblick an war mir klar, dass ich meinen Traumjob gefunden hatte :-D .

Nach anderthalb Jahren in der Systemadministration war es an der Zeit, Neuland zu betreten. Als erster Fachinformatiker-Azubi in der Firma lernte ich die DTP-Abteilung kennen. Man wies mich in die Funktionen der neuen Farblasermaschine Xerox DC2060 ein und so verbrachte ich die nächsten 6 Monate mit dem Drucken von Mailings für nette und weniger nette Kunden. Aber auch letztere waren auf jeden Fall eine Erfahrung, die ich im Nachhinein nicht missen möchte.

Weiter ging es im Team der Systementwickler. Dort lernte ich die Windows-Programmierung und mit ihr die Tatsache kennen, dass ein Systemintegrator nicht unbedingt nichts vom Programmieren verstehen muss ;-) .

Anschließend kehrte ich allerdings wieder zur Systemadministration zurück, die sich mittlerweile mit neuen Kollegen zahlenmäßig fast verdoppelt hatte. Da sich in dem Jahr meiner Abwesenheit sehr viel in dem Bereich getan hatte, fand ich mich nicht auf Anhieb zurecht. Die Kollegen halfen mir allerdings über diese Phase hinweg, sodass ich zur Erstellung meines Abschlussprojektes wieder auf dem aktuellsten Stand der Dinge war.

Die Tage der Abschlussprüfung waren wohl die härtesten meiner Ausbildung. Während mir das Abschlussprojekt samt Dokumentation noch relativ leicht von der Hand gingen, fing die schriftliche Prüfung gar nicht gut an. Trotzdem erreichte ich darin noch 78% und konnte mich in aller Ruhe auf die mündliche Prüfung – also Präsentation und Fachgespräch – vorbereiten. Da mir mündliche Dinge überhaupt nicht liegen, war in diesem Bereich auch die meiste Vorbereitung nötig. Also nahm ich zusammen einem anderen Azubi das Besuchszimmer für einen Tag in Beschlag, um die Präsentation ausgiebig zu üben. Auch andere Kollegen fanden den Weg in das Besuchszimmer und sahen sich die Präsentation an. Letztendlich erreichte ich dank der Hilfe der Kollegen am 15. Juli 2003 bei der IHK in Krefeld noch ein Prüfungsergebnis von 84%. Somit schloss ich meine Ausbildung insgesamt mit 81% (Note 2) ab.

Nun bin ich mit mittlerweile 20 Jahren immer noch jüngster Mitarbeiter, obwohl mittlerweile zwei Azubis nach mir gekommen sind. Ich freue mich auf die Aufgaben, die im kommenden Jahr auf mich zukommen werden – spannend wird es auf jeden Fall, zumal jeder Tag in der Systemadministration neue, interessante Aufgaben bringt.


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